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Zementmörtel in der Denkmalpflege

Ein harter Mörtel in einem weichen Bausystem verschiebt Probleme, statt sie zu lösen. Warum das so ist — und was bei vorhandenem Zementmörtel gilt.

Historisches Sandsteinmauerwerk mit Mörtelfugen
Historisches Sandsteinmauerwerk — der Mörtel ist Teil des Bausystems

Zementmörtel ist am historischen Bau allgegenwärtig — und häufig die Ursache späterer Schäden. Der Grund liegt nicht in mangelnder Sorgfalt bei der Verarbeitung, sondern im Material selbst.

Warum Zementmörtel problematisch ist

Historisches Natursteinmauerwerk verlangt nach einem Mörtel, der weicher ist als der Stein. Zu harte, insbesondere zementgebundene Mörtel übertragen Spannungen in den Stein, statt sie abzuleiten. Risse, Absprengungen und Feuchteschäden sind die Folge. Hinzu kommt die geringe Dampfdurchlässigkeit: Feuchtigkeit staut sich, statt zu entweichen.

Was tun mit vorhandenem Zementmörtel?

Ob und wie vorhandener Zementmörtel entfernt werden soll, ist eine der häufigsten und heikelsten Fragen der Praxis. Zu aggressives Ausfräsen beschädigt den angrenzenden Stein. Zu wenig Entfernen lässt das Problem bestehen.

Die Entscheidung hängt vom Einzelfall ab: Zustand der Fugen, Haftung, Tiefe, Feuchtebelastung. Eine pauschale Antwort gibt es nicht — sie setzt eine Beurteilung am Bauwerk voraus.

Der Mörtel ist kein Füllmaterial — er ist Teil des Bausystems. Er muss zum Stein passen, nicht zum Preis oder zur Verfügbarkeit. Wer das ignoriert, saniert auf Zeit.


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