Ehemalige Synagoge Schlüchtern.
Vollständige Schadens- und Maßnahmenkartierung der Außenfassade — vier Ansichten, dreizehn Schadenskategorien, ausschreibungsreifes Leistungsverzeichnis mit Einzelkostenaufgliederung.
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Historisches Zeugnis. Ornamental und fragil.
Die ehemalige Synagoge in der Grabenstraße 10, Schlüchtern, ist ein Sandsteinbau des späten 19. Jahrhunderts von außerordentlichem architektonischen Wert. Romanischer Rundbogenstil, Fensterrose, Doppelturmfassade, figurative Steinmetzarbeiten — das Objekt vereint Bautypen, die höchste handwerkliche Aufmerksamkeit und denkmalpflegerische Sorgfalt erfordern.
Das Mauerwerk besteht aus Sandsteinquadern mit Putzfeldern und reich profilierten Natursteingesimsen, Friesen und Gewänden. Typische Schadensbilder bei diesem Bautyp: Rostsprengungen durch eingebettete Metallanker, Schollen- und Schollenbildung, ausgewaschene Fugen, Fehlstellen an profilierten Bauteilen sowie biologischer Bewuchs im Sockelbreich.
Auftraggeber war der für das Gebäude zuständige Träger. Die Aufgabe umfasste die vollständige kartografische Schadens- und Maßnahmenerfassung als Grundlage für Planung, Denkmalantrag und Ausschreibung.
Dreizehn Kategorien. Vier Ansichten.
Die Schadenskartierung erfasst den sichtbaren Ist-Zustand aller vier Außenfassaden in DIN A2-Planformat. Jede Schadensart ist farbcodiert und lagegetreu eingetragen — von Eisenteilen und Fremdkörpern über Rostsprengungen, Schollen und Absandungen bis zu Rissbildungen, Verschiebungen und statisch bedenklichen Bereichen.
Die Kartierung wurde auf Grundlage der Vor-Ort-Befundung erstellt. Verdeckt liegende Schäden sind als nicht erfasst dokumentiert — eine methodisch saubere Abgrenzung, die in späteren Verfahren vor Nachträgen schützt.
Südansicht
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Ostansicht
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Westansicht
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Vom Befund zur Maßnahme.
Auf Grundlage der Schadenskartierung entstand die Maßnahmenkartierung: dieselben vier Ansichten, nun mit Eingriffsempfehlungen lagegetreu eingetragen. Sieben Maßnahmenkategorien — Vierung, Massivaustausch, Treppenstufenneuversatz, Antragung, Risssanierung, Schlämmen und steinmetzmäßiges Überarbeiten.
Besonders aufwendig: die profilierten Bereiche rund um den Haupteingang, statisch bedenkliche Gesimse mit notwendiger Rückverankerung sowie der Bereich der Romanischen Säulen im Erdgeschoss. Die Maßnahmenkartierung enthält bereits Mengenangaben — als Grundlage für die spätere Kostenermittlung und das Leistungsverzeichnis.
Ausschreibungsreif. Nachtragssicher.
Das Leistungsverzeichnis umfasst neun Seiten, 14 Gewerke und über 80 Einzelpositionen — von Baustelleneinrichtung und Reinigung bis zu Vierungen bildhauerischer Ornamente und statischer Vernadelung. Jede Position enthält Kurztexte, Mengenansatz, Einheitspreis und Gesamtbetrag. Die Einzelkostenaufgliederung nach EFB 2 liegt vollständig vor.
Leistungsverzeichnisse, die auf einer detaillierten eigenen Schadenskartierung basieren, schließen Nachträge nahezu aus — weil der Ersteller das Objekt kennt und die Mengen belegt hat, bevor der Stift angesetzt wurde.
Was der Auftraggeber in der Hand hält.
Ein vollständiges Planwerk — acht Kartierungspläne DIN A2, Schaden und Maßnahmen je Ansicht — kombiniert mit einem ausschreibungsreifen Leistungsverzeichnis und der zugehörigen Einzelkostenaufgliederung. Das Gesamtdokument bildet die Grundlage für Förderanträge, Behördenabstimmungen und die Vergabe der Sanierungsarbeiten.
Der besondere Wert: Schadenskartierung, Maßnahmenkartierung und Leistungsverzeichnis wurden von derselben Hand erstellt. Kein Informationsverlust zwischen Befundung und Ausschreibung. Keine Leerstellen, die später zum Nachtrag werden.
Schadenskartierung
4 Ansichten, 13 Kategorien, DIN A2, PDF + DWG
Maßnahmenkartierung
4 Ansichten, 7 Eingriffstypen, mit Mengenangaben
Leistungsverzeichnis
9 Seiten, 14 Gewerke, 80+ Positionen
Einzelkostenaufgliederung
EFB 2, vollständig, mit Lohn- und Materialansätzen
Fotodokumentation
Alle Schadensstellen fotografisch dokumentiert
Methodische Abgrenzung
Nicht erfassbare Schäden explizit ausgewiesen
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Kirche, Synagoge, Kulturdenkmal mit Natursteinfassade — wenn eine belastbare Grundlage für Planung, Antrag oder Ausschreibung gebraucht wird, ist das der richtige Ausgangspunkt.